Blaumeisensterben

21.04.2020

Blaumeisensterben auch in Bremerhaven?

BREMEN. Der NABU bittet um Meldungen kranker oder toter Blaumeisen aus dem Raum Bremerhaven. Nach den ersten Meldungen vom März in Hessen und Rheinland-Pfalz gibt es mittlerweile auch tote Blaumeisen in Bremen. Oldenburg scheint sogar ein Hotspot des Meisensterbens zu sein. Da aufgrund der Coronakrise die Bremerhavener Geschäftsstelle nur unregelmäßig besetzt ist, bittet der NABU um Meldungen an die Landesgeschäftsstelle in Bremen.

Der NABU rief ursprünglich dazu auf, tote Blaumeisen zu melden, um zur Erforschung der Ursachen der Krankheit beizutragen. Mittlerweile ist bekannt, das das Bakterium Suttonella ornithocola für das Blaumeisensterben verantwortlich ist (siehe Meldung des NABU-Bundesverbands). Um den Verlauf der Krankheit weiter zu beobachten, bittet der NABU weiterhin darum, Fälle von kranken oder offensichtlich an Krankheit verstorbenen Vögeln zu melden. 

 

Derzeit laufen Tests auf verschiedene Erreger, einen Zusammenhang mit der menschlichen Corona-Pandemie gebe es nicht. „Seuchenzüge gehören auch unter Wildtieren leider dazu“, betont der gelernte Förster. In den ergangenen Sommern habe das Usutu-Virus vor allem Amseln zu hunderttausenden getötet und einzellige Trichomonaden an Wasserstellen besonders Grünfinken dezimiert. „Wer Vögel füttert oder ihnen eine Tränke oder Badestelle aufbaut, sollte auch die Verantwortung für die Hygiene übernehmen“, fordert der NABU. Bei Fütterungen haben sich Silos bewährt. Bei ihnen wird das Futter nicht durch scharrende und kotende Vögel verunreinigt, wie es im klassischen Vogelhaus schnell geschieht. „Bei der anhaltenden Trockenheit sind Vogeltränken gerade in der Stadt sehr sinnvoll, sie müssen aber täglich mit kochendem Wasser desinfiziert werden“, rät Sönke Hofmann. Entdecke man kranke oder tote Blaumeisen in der Umgebung, sollten Tränken und Fütterungen sofort abgebaut werden.

 

Außerdem bittet der NABU um Meldungen toter oder kranker Vögel unter Tel. 0421-48444870 oder info@NABU-Bremen.de. Die Naturschützer brauchen Fundort, Zeitpunkt und Art, ideal seien Fotos vom Fund. Die toten Tiere sollten dann mit einer umgestülpten Plastiktüte eingesammelt und über den Hausmüll entsorgt werden, damit sie keine weiter Infektionsquelle darstellen.