NABU-Garten-Aktion

15.03.2018

Der NABU sucht den schlimmsten Garten

BREMEN. Die Gartensaison steht vor der Pforte, höchste Zeit sich Gedanken über naturfreundliche Veränderungen zu machen. Der NABU in Bremerhaven ruft nun umgestaltungswillige Gartenbesitzer auf, ihm Fotos vom Ist-Zustand zu schicken.

Highlight dieses Gartens ist eine einzelne Tulpe (Foto: Joris Egger/Wikimedia, CC BY-SA 4.0, creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)
Highlight dieses Gartens ist eine einzelne Tulpe (Foto: Joris Egger/Wikimedia, CC BY-SA 4.0, creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)

Die Naturschützer wollen sich den aus ihrer Sicht „schlimmsten“ Garten heraussuchen und bieten einen Vormittag aktive Hilfe bei der Umgestaltung und Pflanzen an. Alle Einsender erhalten eine kostenlose Gartenbroschüre mit vielen Tipps, auch Buchpreise und „Garten-Glücks-Pakete“ verlosen die Naturschützer.


„Unsere Gärten könnten Naturoasen sein, aber meist findet die heimische Tierwelt nichts zu futtern, weil nur exotische Rhododendren, Kirschlorbeer und Lebensbäume dort wachsen“, bedauert NABU-Vorsitzende Heike Wierhake-Kattner. Wer Meise, Amsel und Zaunkönig im Garten haben möchte, müsse ihnen den Tisch mit Insekten decken. „Die leben aber nicht am exotischen Baumarktsgrün“, weiß die Gartenfreundin. Einheimische Wildsträucher, ein paar „wilde Ecken“ und sparsamer Einsatz von prächtigen Zuchtblumen helfen der Natur schon enorm.


Besondere Abscheu hegt die Naturschützerin gegenüber den aktuell modernen „Schottergärten“. „Was mit den Gabionen aus dem Lawinenverbau begann, hat sich zu einer regelrechten Manie entwickelt“, ärgert sich Wierhake-Kattner. Viele Vorgärten würden derzeit unter Kies und Schotter begraben. „Sauber und pflegeleicht“, glauben viele ordnungsliebende Gartenbesitzer. Doch die vermeintliche Arbeitserleichterung in Sachen Unkraut kehre sich schnell ins Gegenteil, so der NABU.


„Selbst wenn die Wurzelsperre unterm Geröll dauerhaft hält, sammelt sich von oben Staub und Laub an. Die Natur ist findig genug, diese Nährstoffe mit anspruchslosen Kräutern zu nutzen“, betont Heike Wierhake-Kattner. Dann sei mühsame Handarbeit zwischen den Kieseln nötig. Denn das Totspritzen solcher Flächen sei nicht nur ökologischer Wahnsinn sondern ist eine Ordnungswidrigkeit samt saftiger Geldbuße.

 
Wer nun solch ein Stückchen Gartenland geerbt, frisch gekauft oder gar selbst verbrochen hat, kann auf Hilfe des NABU hoffen. Mit ein paar aussagefähigen Fotos entweder an den NABU Bremerhaven, Grashoffstraße 21a, 27570 Bremerhaven oder an info@nabu-bremerhaven.de ist man im Pool und bekommt mindestens die NABU-Broschüre „Gartenlust“ zugeschickt. Unter den Einsendern werden Gartenbücher und „Garten-Glückspakete“ verlost. Beim „schlimmsten“ Garten meldet sich der NABU und bietet Beratung und einmalig tatkräftige Hilfe an.