Kreuzfahrtschiffe sauber machen

Pressemitteilung vom 15.09.2015

"Mir stinkt's! - Kreuzfahrtschiffe sauber machen"

BREMEN. Feinstaub, Ruß, Stickstoff und Schwefel – Schornsteinabgase von Kreuzfahrt-schiffen stehen im starken Kontrast zu den traumhaft idyllischen Urlaubszielen, die die Schiffe anfahren. Viele von ihnen fahren noch mit Schweröl und verschmutzen damit nicht nur die Luft, sondern gefährden auch die Gesundheit.

Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Stockholm (Foto: Kenneth Witt)
Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Stockholm (Foto: Kenneth Witt)

Die ersten Reedereien reagieren auf den Druck des NABU und ändern ihren Kurs und setzen dabei auf moderne umweltfreundliche Abgastechnik. Doch wie das aktuelle NABU-Kreuzfahrtranking zeigt, ist das Ziel einer sauberen Kreuzschifffahrt noch lange nicht erreicht.


In einem Vortragsabend am 23. September 2015 um 19.30 Uhr in der VHS Bremerhaven (Lloydstr. 15, Raum E 53) möchte der NABU mit externen Experten über die Probleme in der Kreuzschifffahrt informieren. Lisa Kattner vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie berichtet über die just in Kraft getretenen Richtlinie zu Schiffstreibstoffen und deren Kontrolle durch Abgasmessungen. Externer Umweltexperte ist Dr. Axel Friedrich, ehemaliger Abteilungsleiter beim Umweltbundesamt. Als Experte für die Messung von Luftschadstoffen berichtet er, wie die Schiffsabgase die Gesundheit gefährden. Abschließend wird der Verkehrspolitiker Sönke Diesener vom NABU-Bundesverband über die Kampagne „Mir stinkt's! - Kreuzfahrtschiffe sauber machen!“ berichten. Informationen unter 0421-45828364 oder 0471-200470.


Pressemitteilung vom 16.02.2012

Disney Fantasy? Disney Nightmare!

BREMEN. Noch mehr Pools, noch längere Rutschen, mehr Kinos in 3-D, Shops und Nightclubs - für jede Form der Zerstreuung und des Luxus wird es auf der Disney Fantasy, so scheint's, ein noch besseres Angebot geben als je zuvor.

Protestaktion des NABU Bremerhaven-Wesermünde am Columbus Cruise Center (Foto: Heike Wierhake-Kattner)
Protestaktion des NABU Bremerhaven-Wesermünde am Columbus Cruise Center (Foto: Heike Wierhake-Kattner)

Nur für Rußpartikelfilter, schwefelarmen Schiffsdiesel oder einen Stromanschluss für den Hafen war wieder einmal kein Geld übrig. Der NABU kritisiert mit einer Protestaktion die Kreuzschiffahrt, die entgegen ihrem gepflegt sauberen Image ein schlimmer Umweltverpester ist. „Bei aller Begeisterung für eine Schiffübergabe samt Feuerwerk darf die Umweltbilanz nicht vergessen werden“, gibt die Vorsitzende des NABU Bremerhaven, Heike Wierhake-Kattner, zu bedenken, „dieser Ozeanriese wird auf einer Kreuzfahrt so viele Schadstoffe in die Luft pusten wie fünf Millionen Pkw auf der gleichen Strecke.“ Allein diese Zahl zeige, wie umweltbelastend die boomende Kreuzschiffahrt sei.


Grund für die hohe Belastung sei der Treibstoff, mit dem die großen Pötte fahren dürfen. „Schweröl ist ein giftiges Abfallprodukt der Raffinerien. An Land würde es als Sondermüll behandelt werden, auf See wird es ohne jeden Filter verfeuert“, empört sich NABU-Geschäftsführer Sönke Hofmann. Besonders der hohe Schwefelgehalt und der Feinstaub seien gefährlich. „In Europa sterben jährlich schätzungsweise 50.000 Menschen vorzeitig allein durch die Schiffsemissionen“, betont Hofmann, „selbst in den Emissions-kontrollgebieten an Nord- und Ostsee dürfen die Schiffe hundert mal so belasteten Sprit verfeuern wie der private Autofahrer und das ohne jeden Rußfilter.“ Auf hoher See darf der Schwefelgehalt sogar 3500mal so hoch sein wie an Land.


Für Bremerhaven bedeute die Kreuzschiffahrt eine erhebliche Belastung, denn die gigantischen Schiffsmotoren laufen auch beim Landgang unentwegt, um Klimaanlagen, Poolheizungen und die Beleuchtung weiter zu betreiben. „Unsere Innenstadt liegt genau in der Rußfahne der Columbuskaje“, gibt Heike Wierhake-Kattner zu bedenken, „aber Anschlüsse für emissionsarmen Landstrom werden von den Reedereien abgeblockt.“ Der Ruß hat sogar Auswirkungen aufs Klima, was einer „Klimastadt Bremerhaven“ nicht egal sein kann. In der Arktis ist der feine Ruß ein besonders großes Problem, da die schwarzen Partikel auf weißem Schnee die Sonnenreflexion erheblich verringern. Dadurch erwärmen sich diese Flächen und schmelzen schneller ab. Während sich die mittlere Welttemperatur um knapp ein halbes Grad erhöht hat, stieg sie in der Arktis um 3,5 Grad. 


Die Disney Fantasy wird zukünftig hauptsächlich in der Karibik eingesetzt. „In wenig entwickelten Ländern ist die Kreuzschiffahrt eine enorme Belastung für Kultur und Umwelt“, so Sönke Hofmann. Auf rund 50 Tonnen Abfall, 7,5 Millionen Liter Brauchwasser, 800.000 Liter Abwasser und 130.000 Liter ölhaltiges Wasser bringt es im Schnitt eine einwöchige Kreuzfahrt. Nur wenige Häfen dort können diese Mengen bewältigen und fachgerecht entsorgen. Zurück bleibt eine verschmutzte Umwelt, wie sie in keinem der bunten Reiseprospekte zu finden ist.


NABU-Kampagne "Mir stinkt's!"

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Schreiben Sie einen Protestbrief an die Reedereien mit den genannten Forderungen.

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Informieren Sie sich über die Emissionsbilanz des Kreuzfahrtschiffes, welches sie für Ihren Urlaub in Betrachtziehen. 

- Verbreiten Sie diese Informationen in ihrem Freundes-und Bekanntenkreis.

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Unterstützen Sie die Protestaktion des NABU auf Facebook.

Weitere Informationen zur Thematik und zu der Kampagne des NABU, sowie eine Vorlage zum Protestbrief inklusive Adressen, finden sie hier. Beim NABU Hamburg können Sie sich außerdem umfassend über die Problematik der verschiedenen Treibstoffe und Problemlösungen informieren.


Informationen


Kurzfilm zur NABU-Kampagne